Kurtaxe / Bildungsreisen

Liebe Gäste, seit Mai 2017 ist nach vielen Jahren durch die Gemeinde Zinnowitz eine neue Kurtaxensatzung in Kraft gesetzt worden.

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Preise

Der Preis für eine Übernachtung in St. Otto setzt sich aus drei Teilen zusammen: aus dem Zimmerpreis, aus den Tagessätzen (Servicepaket), aus eventuellen Zusatzleistungen.

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                        St. Otto, Februar 2021

„Mit dem Wind“...

… ab in die nächste Welle. Die nächste Welle? Im Februar? Der spinnt wohl! Das zumindest denke ich immer, wenn ich die Eisbader bei ihren Events beobachte. Keine 10 Seehunde würden mich dazu bringen, mit Anlauf und voller Absicht in die 2°C kalte Ostsee zu springen. Brrrr! Allerdings: Gut ausgerüstet, mit Gummistiefeln und dicken Socken, kann ich mir auch im Winter eine vorsichtige Begegnung mit dem eiskalten Nass vorstellen.

Natürlich muss man sich sehr in Acht nehmen. Nicht dann, wenn die Ostsee wieder einmal spiegelglatt, wie ein ausgeschalteter Flachbildschirm oder eine schläfrige Flunder, in den spärlichen Wintersonnenstrahlen badet. Das kommt in den Wintermonaten aber eher selten vor. Denn Dezember, Januar und Februar sind die Monate, in denen sich selbst die Ostsee, die kleine Schwester von Nordsee und Atlantik, mal so richtig ins Zeug legt und zeigt, was sie in den Fächern „Sturmbrausen“, und „Wellenberge auftürmen“ schon so alles gelernt hat.

Bei nasskalter, stürmischer Witterung kann die Begegnung zwischen Gummistiefel und Welle schon mal zu einer echten Herausforderung für den beschuhten Wasserfreund werden. Wellen, die sich dem Strand nähern, sind nämlich vor allem Eines: Unberechenbar! Zumindest auf den ersten Blick. Aber ganz so mysteriös und überraschend ist die Welt der Wellen dann doch nicht, und damit der nächste Strandausflug bei Sturm nicht mit einem überfluteten und eiskalten Gummistiefel endet, gibt es an dieser Stelle die „Kleine Wellenkunde Teil 1“. Praxiserprobt natürlich und mehrfach evaluiert.

Beginnen wir mal mit den richtigen Brechern, die mit einem mächtigen Aufschlag auf den Strand rollen. Kurz vor dem Ufer schlagen sie tosend um und rollen mit mächtiger Geschwindigkeit und ohne Rücksicht auf Verluste den Strand hinauf. Da hilft nur die rasche Flucht, will man nicht im nächsten Moment bis zum Knie im Wasser stehen. Zum Glück sind diese Brecher meist rechtzeitig zu erkennen. Wer aufs Meer schaut, sieht sie heranrollen, und wer seine Augen mit Suche nach Bernsteinen schon gut ausgelastet hat, der sollte zumindest die Ohren spitzen. Die richtig ordentlichen Wellen sind nämlich nicht nur imposante Erscheinungen, sondern auch entsprechend laut, wenn sie umschlagen. Beim Zurücklaufen ins Meer behindert so ein Brecher dann allerdings auch seine Nachfolger, bremst sie aus und man ist für einige Augenblicke in Sicherheit vor neuem Ungemach. Alles in allem gilt: Große Wellen kann man rechtzeitig erkennen und größeres Unheil mit etwas Aufmerksamkeit gut verhindern.

Jetzt gibt es aber auch die Teamarbeiter unter den Wellen. Nicht besonders groß, nicht laut, nicht eindrucksvoll – aber umso nachhaltiger. Meist sind sie es, die für die nassen Füße sorgen, denn sie werden nur allzu oft unterschätzt. Vorausgeschickt wird ein kleines, unschuldiges Wellchen. Aber bevor das den Strand erreicht, sich dort totläuft und langsam zurück ins Meer fließt, nimmt es eine zweite und gern auch eine dritte Welle huckepack mit auf den Weg. Mit Vorliebe dann auch die etwas kräftigeren Exemplare. Wie bei einem Staffellauf rollt dann zuerst das kleine Wellchen auf den Strand, übergibt rechtzeitig den Staffelstab an Nr. 2 und für den Schlussläufer, die Welle Nr. 3, ist es dann ein Leichtes, den Fuß des unvorsichtigen Strandläufers zu erreichen. Wasser im Schuh – Ziel erreicht! Ich habe das ein oder andere kleine Wellenpaket schon amüsiert kichern hören, wenn es nach erfolgreicher Arbeit sanft und ohne großen Aufruhr wieder ins Meer zurückgeflossen ist.

Wellen haben derzeit nicht unbedingt Hochkonjunktur, was ihren Beliebtheitsgrad betrifft. Das liegt aber weniger am Wasser als vielmehr an der flexiblen Verwendung des Begriffs in anderen Bereichen. Darüber möchte ich aber an dieser Stelle nicht nachdenken. Das tun wir schon den ganzen Tag und mindestens die halbe Nacht.

Nehmen wir die Ostseewellen, wie sie sind – und doch an der ein oder anderen Stelle unseres Lebens zum Anlass, nicht gleich die ganz große Keule oder den Hammer auszupacken, sondern uns nach einem erfolgversprechenden Team umzuschauen, um die Probleme und Aufgaben, die uns das Leben stellt, zu bewältigen. Wir in St. Otto versuchen das.

Herzlichst
Ihr
Markus Constantin
Rektor  

PS: Wer noch mehr über unsere Ostseewellen lesen möchte, dem empfehle ich die Kolumne zum Gummistiefel unter folgendem Link: http://constantin-wolgast.com/Specials/Der-Gummistiefel/

 

 Steg2

                                    St. Otto, Januar 2021

 „Mit dem Wind“...

… waren sie sooo schnell wieder weg. Die guten Vorsätze für 2020. Aber immerhin gab es sie mal – vor einem Jahr. Bestimmt! Denn gute Vorsätze gehören so fest zu Silvester und dem Jahreswechsel wie die Christmette zur Heiligen Nacht. Manche Menschen verzichten ja in vorauseilendem Pessimismus schon seit Jahren darauf, gute Vorsätze zu Beginn eines jeden neuen Jahres zu fassen. „Wird eh nix draus!“ „Alles nur Selbstbetrug!“ „Hab ich in den letzten Jahren auch nicht durchgehalten!“ Und sie haben auch gleich die passenden Belege für ihre defätistische Einstellung parat: Da der Hinweis auf die Waage, die anstatt der geplanten 5 Kilo weniger sogar 3 Kilo mehr anzeigt als zu Silvester vor einem Jahr. Dort der Glimmstängel, der weiterhin problemlos zum Anzünden der Böller verwendet werden kann, denn der gute Vorsatz das Rauchen einzustellen, ist wieder mal gescheitert. Oder der völlig überflüssige alljährliche Kater am Neujahrsmorgen, weil man am Silvesterabend mal wieder vergessen hat, dass sieben Gläser Feuerzangenbowle im Mix mit Bier, Wein und weiß der Teufel wie vielen sonstigen alkohöllischen Gemischen einfach unverträglich sind. Monumente und Zahlen des Versagens, der persönlichen Niederlage, die ganz klar zu beweisen scheinen, dass gute Vorsätze nur Schall und Rauch oder Knall und Feuerwerk sind. Verpufft schon mit der letzten Rakete um 1:23 Uhr oder spätestens verraucht, im trüben Grau der immer noch schwarzpulvergeschwängerten Luft eines silvestermüden Neujahrstages.

Erinnern Sie sich noch daran, was 2020 auf Ihrer persönlichen „Gute-Vorsätze-to-do-Liste“ stand? Ich habe es tatsächlich vergessen, kann also gar nicht überprüfen, ob sich aus irgendeinem Ansatz etwas Positives entwickelt hat. Irgendwie peinlich. Haben die Zweifler vielleicht recht? Sind die guten Silvestervorsätze nichts anderes als das Bleigießen, Miss Sophies 90ster Geburtstag, die Zigarre zur ersten Rakete oder das Knallbonbon mit Binsenweisheit?

Ja und Nein, meine ich. Wenn man die guten Vorsätze tatsächlich ohne großes Nachdenken, wie einen Böller entzündet, dann zerplatzen sie mindestens ebenso schnell, hinterlassen bestenfalls einen üblen Geruch oder Ohrenschmerzen und liegen spätestens am Neujahrstag wie die Papierfetzen des letzten Böllers in einer schmutzigen Pfütze aus geschmolzenem Schnee und verschüttetem Sekt. Solche Vorsätze haben eine denkbar geringe Halbwertzeit.

Es gibt aber auch die anderen. Die Vorsätze, die nicht aus einer spontanen Laune heraus entstehen, sondern schon lange in uns schlummern und von der nahenden Böllerflut zu Silvester aus ihrem Dornröschenschlaf gesprengt werden. Decke wegziehen und der Realität unverhüllt ins Auge schauen! Das ist die erste Voraussetzung – und die hört sich leider viel leichter an, als sie es ist! Um einen guten Vorsatz zu fassen und etwas (ver-)ändern zu wollen, bedarf es nämlich zunächst des Eingeständnisses, dass Veränderung tatsächlich Not tut. Dies fällt uns meist unendlich schwer, denn ein „Weiter so“ scheint fast immer der einfachere Weg zu sein. Und nach der Einsicht? Kommt das Handeln! Und während für die Erkenntnis schon eine ordentliche Portion Mut zur Selbstreflexion erforderlich ist, steht vor dem Handeln ein ganzer Berg von Ausreden, Entschuldigungen und Ausflüchten.

Neu ist das jetzt alles nicht wirklich, und – ganz ehrlich – oft, sehr oft, scheitere ich schon am ersten Hindernis. Das ist aber gar nicht schlimm. Denn wenn es so einfach wäre, gute Vorsätze auch umzusetzen, dann könnten wir uns das ganze Gewese darum sparen und einfach „machen“. Ist es aber nicht. Und gerade deshalb ist es wichtig, die Vorsätze nicht nur lapidar, so nebenbei zwischen zwei Raketenstarts zu zünden, sondern durchaus gründlich darüber nachzudenken, was ich mir da zumuten will. Und dann – versprechen will ich Ihnen aber nichts – gelingt es vielleicht doch, den ein oder anderen Vorsatz 2021 zu realisieren.

Und eventuell erinnere ich mich ja an meine guten Vorsätze aus dem letzten Jahr deshalb nicht mehr, weil ich sie inzwischen alle umgesetzt habe und sie mir so alltäglich und gar nicht mehr besonders erscheinen …

„Think positiv!“ Das ist es, was wir gerade am Beginn dieses Jahres besonders beherzigen sollten. Positiv denken, gründlich gute Vorsätze fassen, Mühe und guten Willen investieren und nicht verzweifeln, wenn das am Ende vielleicht nicht ganz ausreicht. Da gibt es dann noch einen, der immer mal völlig unerwartet Erste Hilfe leistet: beim Vornehmen, beim Umsetzen, beim Durchhalten, beim Mut haben, beim Nichtvergessen – beim Glauben!

Herzlichst
Ihr
Markus Constantin
Rektor

  unmoeglich

 St. Otto, Dezember 2020

 „Mit dem Wind“...

…das Leben teilen. Und nein – es geht hier einmal nicht ums Abgeben! Der heilige Martin, der hat seinen Mantel geteilt. Und an vielen Stellen des Neuen Testaments ruft Jesus zum Teilen auf, mahnt Selbstlosigkeit und Großzügigkeit immer wieder an. Und es ist ja sogar möglich, das Leben zu teilen, mit einem Partner oder einer Partnerin. In guten wie in schlechten Zeiten - wenn man Glück hat und an sich arbeitet. Sich „mitteilen“ wäre auch noch eine Option. Also etwas Sinnvolles oder Nützliches von sich geben und andere daran teilhaben lassen. Zugegeben: Nicht immer ist der Empfänger automatisch glücklich darüber, was ihm so mitgeteilt wird, aber das ist ein anderes Problem.

Für uns als Christen oder auch für den praktizierenden Humanisten ist in jedem Fall der Begriff des Teilens zunächst einmal positiv besetzt. Die Bereitschaft zu teilen unterscheidet uns von Egoisten, Geizhälsen oder selbsternannten Ich-AGs.

Und trotzdem sage ich an dieser Stelle „Nein“: Das Leben kann man nicht teilen! Aber leider wird gerade das viel zu häufig versucht. Sie kennen alle das Gefühl der Zerrissenheit, wenn Sie versuchen, ihre Aufmerksamkeit, Lebenszeit und Energie zwischen unterschiedlichen Bereichen, Aufgaben, Terminen oder Anforderungen aufzuteilen. Meist schafft man weder das Eine noch das Andere so, wie man sich das vorgestellt hat. Im Gegenteil: Regelmäßig wird einem vorgehalten, was noch fehlt, wo man unzureichend oder unzulänglich agiert hat oder im schlimmsten Fall bekommt man absichtliche Nachlässigkeit attestiert. „Das liegt an der fehlenden Organisation, am mangelhaften Zeitmanagement und der falschen Priorisierung“, wird man Ihnen bei einem entsprechenden Coaching erklären. Und der Psychologe, den Sie in ihrer Verzweiflung vielleicht aufsuchen, hat auch einen guten Rat zu Hand: „Denken Sie zuerst an sich! Finden Sie heraus, was Ihre Bedürfnisse sind und vor allem: Trennen Sie Privatleben und Beruf, Arbeit und Erholung!“ Vielleicht gibt es auch noch den guten Freund, der helfen will: „Du musst wieder mehr für dich machen!“, lautet der wohlmeinende Rat – und verpasst Ihnen damit den nächsten Arbeitsauftrag.

Alle diese Ratschläge sind sicher nicht falsch. Nicht umsonst gibt es Coaches, Therapeuten und gute Freunde – wobei nur letztere ihren Rat gratis verteilen. Aber ist das Leben wirklich aufteilbar, in privat und beruflich, Freizeit und Arbeit, Partner, Kinder, Freunde und, und, und? Auf dem Papier sicher, aber in der Realität? Ordnen, ja das geht und hilft bestimmt, um ab und an Licht ins Chaos des Lebens zu bringen. Aber aufteilen, wie rechts oder links, schwarz oder weiß, Eis oder Chips, Krimi oder Schnulze? Das funktioniert nicht! Liegt schon daran, dass das Leben nicht statisch, sondern immer in Bewegung ist. Das Leben anhalten, um sich mal einen Überblick zu verschaffen? Keine Chance! Versuchen Sie mal, einen Wasserfall anzuhalten oder Ordnung in einen Strudel zu bringen. Das Leben ist viel zu komplex für alle Ordnungs- und Ablagesysteme, die uns zur Verfügung stehen.

Gerade bei der immer wieder geforderten Trennung von Beruf- und Privatleben wird unser Dilemma besonders deutlich: Auch, wenn kein Familienbild mehr auf dem Schreibtisch steht - lege ich deshalb meine privaten Gedanken am Eingang des Betriebes neben der Zeiterfassung in ein Körbchen? Und wenn ich zu Hause keine Dienstmails lese und auch das Diensthandy in der Jackentasche lasse – fallen dann alle ungelösten beruflichen Probleme vor der Haustür von mir ab und räkeln sich dort entspannt im Gras, bis ich sie am nächsten Morgen wieder aufsammle? Schön wäre es manchmal, aber so funktioniert das Leben nicht. Und weil das so ist, weil Leben eben nicht teilbar ist, nützt es auch nichts, wenn ich verbissen versuche zu teilen, was unteilbar ist, zu sortieren und zu trennen, was zusammengehört. Genauso wenig, wie ich selbst als Multitaskinggenie mehreren wichtigen Aufgaben gleichzeitig gerecht werden kann, genauso wenig kann ich mein Leben präzise filetiert in vorbildlich sortierte Schubladen verteilen, die ich – ganz nach meinem Bedarf – öffne und schließe.

Ordnung ist das halbe Leben – aber eben nur das halbe. Der Rest ist Chaos, ist Lebendigkeit, ist ungeplant und auch mal anstrengend, ist abwechslungsreich und überraschend, fordernd und spontan – und gehört zu meinem ganzen Leben.

Gehen Sie sorgsam mit Ihrem Leben um! Es ist Ihr Leben! So einzigartig, so persönlich, so individuell, chancenreich, großartig und ein Geschenk! Herzlichen Glückwunsch!

Herzlichst
Ihr
Markus Constantin
Rektor

 

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