Kurtaxe / Bildungsreisen

Liebe Gäste, seit Mai 2017 ist nach vielen Jahren durch die Gemeinde Zinnowitz eine neue Kurtaxensatzung in Kraft gesetzt worden.

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Preise

Der Preis für eine Übernachtung in St. Otto setzt sich aus drei Teilen zusammen: aus dem Zimmerpreis, aus den Tagessätzen (Servicepaket), aus eventuellen Zusatzleistungen.

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familie

St. Otto, März 2025

 „Mit dem Wind“...

… möchte ich aus gegebenem Anlass mal den alten Goethe zitiert: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“ Endlich! War das ein Winter an der Ostsee! Zwei Monate mehr oder weniger durchgängig Temperaturen im Minusbereich. Viele Tage und Nächte herrschte sogar strenger Frost. Dazu ein steter, ohnehin schon eisiger Wind aus Nordost. Ich habe gefroren. Dauerhaft. Dabei stand das Rad seit Weihnachten im Hausflur, und Bewegung an der sehr frischen Luft beschränkte sich auf überlebensnotwendige Besuche im nahegelegenen Supermarkt.

Die Urlauber, die in Scharen auf der zugefrorene Ostsee flanieren wollten, hat die Kälte allerdings nicht abgeschreckt. Im Gegenteil: Der Jahresbeginn 2026 war auf Usedom der bestgebuchte seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre – ja was weiß ich, welche Daten die Touristiker als Vergleichswert herangezogen haben! Auf alle Fälle ist man sehr zufrieden gewesen mit dem unerwarteten Gästeansturm. Und dem warmen Geldregen. Auch, wenn der sicher für die zu erwartende, exorbitante Heizkostennachzahlung draufgehen wird.

Und jetzt? Ganz ehrlich: Nach zwei Monaten Glätte und Eis vermisse ich das morgendliche Freikratzen der vereisten Autoscheiben, das Schlittern über ungestreute Gehwegabschnitte oder auch die Fahrten mit der UBB zur Arbeit, weil auf der Straße einfach gar nichts mehr ging. Irgendwie ist sie in den letzten Wochen tatsächlich zur Routine geworden, diese Entschleunigung bei jeder Art der Fortbewegung. Und auch den Blick nach oben, um mögliche Gefahren in Form dicker Eiszapfen oder Ästen, die unter ihrer Eislast zu brechen drohen, rechtzeitig zu erkennen, habe ich – trotz inzwischen frühlingshafter Temperaturen – noch nicht wieder völlig abgelegt.

Man gewöhnt sich an alles. So unrecht hat die alte Volksweisheit nicht. Während der erste Schneetag des Winters noch für Chaos auf den Straßen und hektische Katastrophenmeldungen oder – je nach Quelle – Weltuntergangsprognosen in den Medien sorgt, wird selbst ein ungewöhnlicher Eiswinter an der Ostsee nach einigen Wochen Alltag.

Aber jetzt plötzlich auf den Frühling einstellen? Die paar warmen Tage könnten ja ein hinterhältiges Täuschungsmanöver des launischen Wettergottes sein, um dem Winter die Chance für einen – nicht mehr erwarteten – Überraschungsangriff durch die Hintertür einzuräumen. Also lieber Vorsicht walten lassen, und Handschuhe, Wollsocken, Pudelmütze und die dicke Winterjacke weitertragen. Den Schweiß kann man ja gegebenenfalls abwischen.

So sind wir Menschen. Umstellung fällt uns schwer. Und das gilt auch für die flexibelsten Zeitgenossen unter uns. Wir brauchen unsere Routinen. Der eine mehr, der andere weniger. Sie geben uns Sicherheit und damit Handlungs- und Entscheidungsfreiheit. Wenn wir 50% unseres Lebens routiniert im Griff haben, dann bleiben immer noch die unkalkulierbaren restlichen 50%. Auf die können wir dann aber 100% unserer Kraft verwenden. Daher kommt auch unser – oft unbewusstes – Streben nach Routinen, Gewohnheiten und Berechenbarkeit. Je größer der „geregelte“ Teil unseres Lebens ist, desto entspannter können wir dem entgegensehen, was uns unerwartet dazwischenkommt.

Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das ganz anders aus. Da haben wir uns gerade so richtig gemütlich in unserem routinierten Leben eingerichtet und dann kommt da irgendein ungeplanter Schicksalsschlag daher und stört die schöne Ruhe. Kein Problem, sollte man meinen. Dafür stehen doch die zusammengesparten 100% an Power zur Verfügung, die nur auf genau so einen Einsatz gewartet haben.  

Leider sieht die Realität aber meist ganz anders aus. Je mehr wir unser Leben nämlich gut geregelt haben, desto unflexibler reagieren wir auf Ereignisse, die diese Ruhe unerwartet stören. So geben Gewohnheiten und Routinen zwar Sicherheit, machen aber auch unendlich träge. Einsatzbereitschaft? Power? Flexibilität? Verschwunden! Alles unter einer dicken Paste klebriger Selbstzufriedenheit begraben.

Und genau an der Stelle kommt jetzt unser Wetter ins Spiel. Das schüttelt so ein bisschen Lösungsmittel nämlich locker aus der nächsten Wolke. Ein plötzlicher Regenschauer, ein unerwarteter Wintereinbruch, Sonnenschein, obwohl doch Nebel vorhergesagt war oder ein Temperatursturz. Ganz zu schweigen, von plötzlich auftretenden Tornados oder anderen Wetterextremen – unser Wetter bleibt, allen Modellen und Prognosen zum Trotz, unberechenbar. Darüber mag man lamentieren, meckern oder jammern – ändern wird sich daran nichts.

Wenn sie mich fragen, ist das Wetter mit all seinen Kapriolen Gottes überaus effektiver Trägheits-Aufrüttler für uns. Er sorgt als „Wettergott“ dafür, dass wir immer wieder gefordert werden, flexibel zu reagieren. In der Sportwissenschaft würde man sagen: Gott setzt ganz gezielte Trainingsanreize.

Apropos Sport! Endlich wieder Wetter zum Radfahren und Joggen. Und bald darf auch wieder gerudert und gesegelt werden. Die Schlittschuhe dagegen werden erst mal eingemottet. Bis – ja bis der Wettergott der Meinung ist, wir brauchen mal wieder einen kleinen, unerwarteten Aufrüttler. Ich hoffe nur, er wartet damit bis zum Dezember. Weihnachten wäre nicht schlecht.

Herzlichst
Ihr
Markus Constantin
Rektor     

 St. Otto, Februar 2026

 „Mit dem Wind“...

… und dem Schicksal gehadert. Seit Wochen Glätte, Eis und Schnee, dazu noch der ein oder andere Winterinfekt und genau einmal auf dem Rad gesessen. Kein Wunder, dass ich mich seit Tagen in einer richtigen Miesepeterstimmung befinde.

Die Tatsache, dass unser beliebter und unglaublich aktiver Pfarrvikar Maciej Domanski St. Otto zum Ende des Monats verlässt, um eine große Pfarrei in seiner polnischen Heimat zu übernehmen, eignet sich auch nicht gerade als Stimmungsaufheller. Und dann befindet sich noch unser Pfarrer im Ruhestand, Reinhold Janiszewski, der immer zuverlässig die Werktaggottesdienste feiert, auf dem Absprung ins Seniorenheim in Stralsund. Da kann man doch nur schlechte Laune bekommen! Ersatz für die beiden? Wovon träumen Sie denn?

Ich weiß ja, dass wir hier im Haus St. Otto in den vergangenen Jahren mit Priestern vor Ort gut versorgt waren. Nur an den Sonntagen durften wir die merkwürdige Share-a-Priest-Situation, die in den neu entstandenen Großpfarreien gängige Praxis ist, erleben. Als Gottesdienstbesucher weiß man da nie, wer am Sonntag die Messe hält. Meist trifft der Zelebrant erst kurz vor knapp ein und ist Minuten, nachdem der letzte Ton des Schlusslieds verklungen ist, schon wieder auf dem Weg zum nächsten Einsatzort. Entsprechend lautet ein oft gehörter Satz unseres Propstes, wenn er mit wehenden Rockschößen durch die Tür der Sakristei enteilt: „Ich bin hier nur der Pfarrer!“

Vielleicht liegt es daran, dass ich gestern meinen Rollentrainer aufgebaut habe, um wenigstens zu Hause den ein oder anderen Kilometer auf dem Rad zurückzulegen. Zumindest ist mir plötzlich eine – wie ich finde – unschlagbare Idee zur Behebung des immer dramatischeren Priestermangels in Deutschland gekommen: Ich gründe in St. Otto die erste Zeitarbeitsagentur für Priester!

Wie das funktionieren soll? Ganz einfach: In Polen, Afrika und Asien gibt es, im Gegensatz zu Deutschland, noch jede Menge katholische Geistliche. Sogar junge! Die würden – also zumindest einige – bei entsprechender Entlohnung sicher gern als Arbeitsmigranten bei uns aushelfen. Wohnen könnten die Leihpriester als Priester-WG in unserer Pfarreiwohnung. Eigene Küche und Gemeinschaftsraum inklusive. Kicker, Tischtennisplatten, Strand vor der Tür und Glasfaseranschluss im Haus – auch für Unterhaltung in der Freizeit ist gesorgt.

Ja, und ich vermiete die Jungs dann für Eucharistiefeiern und zum Spenden der Sakramente anlassbezogen an unser Erzbistum: Heilige Messe 500 €, Taufe 250 €, Trauung 1000 € usw. Den Erlös teilen wir, und allen ist geholfen.

Sie meinen, die Sprachbarriere würde ein Hindernis darstellen? Da muss ich entschieden widersprechen. Zum einen kann die Predigt von einem ausgebildeten Laien, Pastoral- oder Gemeindereferenten übernommen werden. Zum anderen gibt es ja auch noch die ein oder andere gut entwickelte Übersetzungssoftware. Da geht einiges. KI sei Dank. Glauben Sie mir! Und schließlich ist die Liturgie der Katholischen Kirche international relativ einheitlich. Zumindest, was die wesentlichen Bestandteile betrifft. Die kleinen nationalen Besonderheiten werden den Leihpriestern in einem Crashkurs vermittelt. Und wer weiß: Vielleicht lässt sich das System ja ausbauen. So ein Miet-Monsignore oder Bischof wäre aber natürlich kostspieliger fürs Bistum …

Während das System an meinem Rollentrainer die Cooldown-Phase einleitet, kühlt sich auch mein heißgelaufenes Gedankenkarussell merklich ab. Vielleicht doch keine so gute Idee, mein systemischer Ansatz mit den Mietpriestern? Zumindest, wenn man sich die Aufgaben des Priesters ansieht, die man direkt oder indirekt aus der Bibel herauslesen kann.

Mir fällt da zum Beispiel sofort der gute Hirte ein, der als Synonym für Gott, aber auch für seine Stellvertreter auf Erden steht. Dieser Hirte kommt nicht nur bei seiner Herde vorbeigeschneit, um frisches Futter in die Krippe zu werfen. Im Gegenteil: Er kennt seine Schafe. Jedes einzelne. Er merkt, wenn es einem der Tiere schlechtgeht, und er sucht nach jedem Schaf, das sich verläuft. Der Hirte lebt bei und mit seinen Schafen. Er sorgt für seine kleine Gemeinschaft, ist für sie da und übernimmt Verantwortung.

Besser als Jesus mit seinen Gleichnissen – die Hirtensymbolik kommt übrigens auch schon im Alten Testament vor – könnte ich eine priesterliche Stellenbeschreibung gar nicht formulieren. Die katholische Kirche in Deutschland – und nicht nur die – geht da seit Jahren einen ganz anderen Weg. Sie muss sich allerdings fragen lassen, ob ihre Antworten auf den fortschreitenden Priestermangel die richtigen sind. Denkt man den aktuell praktizierten Ansatz nämlich konsequent weiter, dann stehen in unseren Kirchen in naher Zukunft vielleicht Hostienspender, die nach Eingabe und Überprüfung der persönlichen Daten eine geweihte Hostie auswerfen. Communio? Ein Hirt und eine Herde? Das war dann gestern. Ein gruseliger, geradezu apokalyptischer Gedanke.

Aber vielleicht gibt es gerade in der anstehenden Fastenzeit den ein oder anderen kontemplativen Moment, in dem genau Sie eine Erleuchtung haben, eine geniale Idee, wie wir das ganze Schlamassel in den Griff bekommen. Dann her damit! Ich für meinen Teil werde den Ansatz mit der Leihpriester-WG noch einmal gründlich überdenken. Vielleicht lässt sich da ja doch etwas optimieren.

Herzlichst
Ihr
Markus Constantin
Rektor       

St. Otto, Dezember 2025/Januar 2026

 „Mit dem Wind“...

… wieder einmal den Skulpturenpark in Katzow besucht. Der liegt nur wenige Kilometer von Wolgast entfernt. Das 24/7 zugängliche Ausstellungsgelände ist meine allerliebste „Outdoor-Kunstgalerie“. Regelmäßig schaue ich dort vorbei.

Zahlreiche skurrilen Exponate aus Metall und Holz, hergestellt von verschiedenen Künstlern aus aller Welt, bevölkern die 12 Hektar große Wiese. Die wenigsten lassen auf den ersten Blick erkennen, was sich der Künstler bei der Konzeption gedacht haben könnte. Viele der Figuren, die teilweise mehr als 10 Meter in den Himmel ragen, sind eher abstrakt gehalten und bieten reichlich Raum für Deutungsversuche der Galeriebesucher. Diese können, abhängig vom jeweiligen Betrachter, der Jahreszeit oder dem Blickwinkel, ganz unterschiedlich ausfallen. Das wird besonders dann deutlich, wenn man den Skulpturenpark als Gruppe besucht. Die Diskussionen vor den einzelnen Exponaten erreichen mühelos das Niveau der Interpretationsversuche beim alljährlichen Bleigießen an Silvester.

Es lohnt sich aber durchaus auch, ganz allein zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten auf der Wiese bei Katzow vorbeizuschauen. Denn immer wieder lassen sich neue Details entdecken, die man beim letzten Besuch nicht wahrgenommen hat. Ein richtiges Schlaraffenland für die Fantasie.

Diesmal, Anfang Dezember, zog mich – warum auch immer - ein riesiger Metallturm ganz hinten auf dem Gelände in seinen Bann. Der war mir bei meinen bisherigen Besuchen gar nicht aufgefallen. Der Künstler hat für diese Skulptur eine scheinbar unendliche Zahl von Metallplatten übereinandergestapelt, deren Größe mit zunehmender Höhe abnimmt. Ähnlich einer Turmschnecke windet sich das Gebilde in Richtung Himmel und entfaltet aus der Nähe eine ganz besondere Faszination.

Zunächst dachte ich an eine Karriereleiter. Ein steiler Weg, der immer schmaler wird. Ganz oben haben dann nur noch wenige Platz, und die Luft dort oben ja bekanntlich ganz schön dünn.

Dann allerdings platzte ein ganz anderer Gedanke dazwischen: Die Skulptur könnte doch auch sinnbildlich für das Jahr stehen. Schritt für Schritt erklimmen wir die einzelnen Platten. Jeden Tag eine neue. Und am Ende des Jahres, im Dezember, sind wir dann ganz oben angekommen und können auf das zurückblicken, was hinter uns liegt: Ein Jahr voller Erlebnisse, Begegnungen und Erfahrungen. 

Und das neue Jahr? Wenn wir den Blick wenden, den Kopf in den Nacken legen und von der Spitze des Kunstwerks nach oben schauen, dann sehen wir nichts als den Himmel. Nachts vielleicht ein paar Sterne und die Sonne am Tag.

Was das neue Jahr wirklich bringen mag, lässt sich vielleicht tatsächlich aus den Sternen ablesen. Aber uns fehlt dazu leider ein kompetenter Übersetzer, sofern wir nicht eine wundertätige Glaskugel oder ein Orakel unser Eigen nennen können, beziehungsweise die Kunst des Kaffeesatzlesens beherrschen. Wir wissen nicht, was die Zukunft für uns bereithält, während das ausklingende Jahr stabil und glänzend wie poliertes Metall unabänderlich hinter uns liegt. Wie gern würden wir das ein oder andere noch geraderücken, verbessern oder einfach vergessen. Aber das geht nicht.

Woher dann aber – bei dieser betrüblichen Ausgangslage und ohne Glaskugel – die dringend benötigte Zuversicht für das neue Jahr nehmen? Den Lebensmut? Das Vertrauen darauf, dass sich auch im kommenden Jahr feste Stufen vor uns auftun, auf denen wir mutig voranschreiten können? Stufen, die Halt bieten und Sicherheit. Vielleicht doch ein Horoskop bemühen oder eine Wahrsagerin zu Rate ziehen.

Einen Moment der Ratlosigkeit hat es gedauert. Aber dann wurde mir schlagartig klar, was diese Skulptur wirklich symbolisierte: STAIRWAY TO HEAVEN! Die Treppe in den Himmel. Nicht der Blick nach unten, zurück auf das, was war, steht im Zentrum der Darstellung, sondern die unendliche Weite des Himmels, der nicht zuletzt aufgrund dieser Unendlichkeit für uns Christen Gott symbolisiert.

Verlieren Sie sich also am Ende dieses Jahres nicht in einem der zahlreichen offiziellen oder auch ihrem persönlichen Jahresrückblick. Was hinter uns liegt ist vorbei, gehört endgültig zu unserer Vergangenheit. Lassen Sie all den metallschweren Ballast hinter sich, und verschaffen Sie sich stattdessen eine freie Sicht nach oben. Das, was Sie dann sehen, ist nicht etwa NICHTS, sondern der Freiraum, den Ihnen die Zukunft bietet. Füllen Sie ihn im neuen Jahr! Mit Gottes Hilfe wird da eine Menge Gutes dabei herauskommen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine frohe Weihnachtszeit, einen guten Jahreswechsel und weiterhin einen freien Blick auf das Wesentliche!

Herzlichst
Ihr
Markus Constantin
Rektor     

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